Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Viagra, die bei etwa 16 % aller Anwender auftreten, zählen Kopfschmerzen. Der beidseitig pulsierende Schmerz resultiert wahrscheinlich aus der gefäßerweiternden Funktion des Wirkstoffs, der ebenso wie andere gefäßerweiternde Mittel den Stickstoffhaushalt des Körpers beeinflusst. Vergleichbare Schmerzen treten häufig nach einer erhöhten Einnahme von Nitrat auf, sodass wegen der hohen Nitratkonzentration in Pökelfleisch und in Fleischgerichten der fernöstlichen Küche diese Kopfschmerzen auch als “China-Restaurant-Syndrom” oder “Hotdog-Kopfschmerzen” bekannt sind. Wer nach der Einnahme von Viagra an Kopfschmerzen leidet, sollte vor einer Absetzung des Medikaments zuerst die Verringerung der Dosis in Betracht ziehen, die in den meisten Fällen Linderung bewirkt. Sofern die Schmerzen jedoch nicht nachlassen, sollte ein Arzt konsultiert werden.
Gesichtsrötungen
Bei etwa 10 % der Verwender treten Rötungen des Gesichts auf, die auch mit einem unangenehmen Hitzegefühl verbunden sein können. Dieses sogenannte “Flushing” ist auf den durchblutungsfördernden Effekt des Medikaments zurückzuführen, den auch andere, vergleichbare Potenzmittel entfalten. Grundsätzlich besteht bei einer erhöhten Durchblutung des Gewebes zwar kein Behandlungsbedarf, ein kalter Gesichtsumschlag und die Verringerung der Dosis können die Symptome jedoch lindern. Sollte sich ein anhaltend unangenehmes Gefühl einstellen, kann die Umstellung auf ein anderes Medikament in einigen Fällen helfen.
Sehstörungen
Als gelegentliche Nebenwirkungen von Viagra berichten etwa 3 % bis 10 % von Sehstörungen in unterschiedlicher Intensität und Ausprägung. Der Wirkstoff Sildenafil greift bestimmte Enzyme an und kann so auch die Vorgänge innerhalb der Netzhaut des Auges vorübergehend beeinträchtigen. Farbstörungen, Lichtempfindlichkeit oder verschwommenes Sehen können die Folgen sein, die jedoch mit Nachlassen der Wirkung zumeist unverzüglich wieder abklingen. Wer allerdings über einen Zeitraum von mehr als einer Stunde unter Sehbeeinträchtigungen leidet, sollte unverzüglich einen Arzt aufsuchen.
Übersäuerungsgefühl
Da sich Sildenalfil erheblich auf den gesamten Stoffwechsel auswirkt, kann die Einnahme von Viagra auch Magenbeschwerden verursachen, die sich bei ca. 7 % der Patienten einstellen. Die Magenprobleme können sich etwa als Völlegefühl, Bauchschmerzen, Übelkeit in sehr seltenen Fällen bis hin zum Erbrechen oder häufiger als Sodbrennen und Übersäuerungsgefühl darstellen. Zur Vermeidung solcher Übersäuerungszustände sollte ein Patient vor der Einnahme auf die Aufnahme schwer verdaulicher und fetter Nahrungsmittel verzichten und möglichst keine stark säurehaltigen oder kohlensäurehaltigen Getränke zu sich nehmen. Mit einer Banane und einem Glas Wasser lässt sich Sodbrennen zumeist vermeiden, spätestens mit dem Nachlassen des Wirkstoffes gehen die Beschwerden regelmäßig vorüber.
Etwa 4 % aller Männer beklagen eine verstopfte Nase und geschwollene Nasenschleimhäute. Gegen die Schwellung kann ein Nasenspray helfen, auch Akkupressur durch eine gezielte Massage der Partie direkt unter den Nasenflügeln verspricht kurzfristige Besserung. Regelmäßig treten diese Symptome jedoch nur bei den ersten Anwendungen von Viagra auf und zeigen sich bei Gewöhnung an das Medikament kaum noch. Bei besonders unangenehmen Beeinträchtigungen sollte die Dosis herabgesetzt werden.
In sehr seltenen Fällen, die zumeist aus Überdosierung, vorliegenden schwerwiegenden Erkrankungen oder der gleichzeitigen Einnahme anderer Medikamenten resultieren, kann eine schmerzhafte Dauererektion (Priapismus) auftreten. Unbehandelt kann ein solcher Blutstau in den Schwellkörpern erheblichen Schaden anrichten und zu Impotenz führen. Wer an einer unerwünschten Erektion von mehr als einer oder zwei Stunden Dauer leidet, sollte daher sofort einen Arzt aufsuchen.
